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Gerade die Digitalisierung hat in den vergangenen Jahren dazu beigetragen, dass immer mehr Finanzinstrumente realisiert werden konnten, die nun nach und nach auch in den Sektor der Privatanleger vordringen. Zu diesen relativ jungen Finanzprodukten gehört auch der Exchange Traded Funds, kurz ETF, der insbesondere durch seine breite Diversifikation sowie die gleichzeitig niedrigen Kosten sehr attraktiv ist.

Was ist ein ETF?

Bei Exchange Traded Funds handelt es sich im Grunde genommen um börsengehandelte Indexfonds, also um Fonds, die die Kursentwicklung des unterlegten Indexes möglichst genau abbilden. So enthält ein ETF auf den deutschen Leitindex DAX 30 beispielsweise die gleich gewichtete Zusammensetzung wie der Basisindex. Um die gleich gewichtete Performanceentwicklung mit möglichst geringem Tracking Error abzubilden, werden weitere Instrumente eingesetzt. Ein ETF gilt dabei als sogenannter Passivfonds, der im Gegensatz zu einem klassischen Investmentfonds nicht von einem Fondsmanager aktiv gemanagt wird, sondern von einem Computer, der die entsprechenden Wertpapiere kauft und verkauft, um die Performance des Basisindex abzubilden. Wichtig ist dieser Aspekt auch im Rahmen des vierteljährlich stattfindenden Rebalancings, das die Gleichgewichtung der unterschiedlichen Aktienpositionen wieder herstellt. Neben Aktien-ETFs, die einen Großteil des Marktes ausmachen, existieren jedoch auch noch weitere Arten von Exchange Traded Funds, die in Anleihen, Rohstoffe oder Immobilien investieren.

Welche Arten von Exchange Traded Funds gibt es?

Hinsichtlich der Abbildung, also der Replikation, der zugrunde liegenden Indices gilt es grundsätzlich, zwei Ausprägungen von Exchange Traded Funds zu unterscheiden. Zum einen betrifft dies voll replizierende, sogenannte physische ETFs, die eins zu eins in die Wertpapiere des Index investieren. Auf der anderen Seite stehen synthetische ETFs, die nicht direkt in die tatsächlich im Index befindlichen Papiere investieren, sondern in diverse andere Aktien oder Anleihen und damit ausschließlich die Performance des angegebenen Basisindex abbilden. Zu diesem Zweck kommen Swap-Geschäfte zum Einsatz, im Zuge derer die Performance des Basisportfolios gegen die Performance des abgebildeten Index getauscht wird. Der Vorteil liegt in den im Vergleich zu einem voll replizierenden ETF niedrigeren Kosten, vor allem wenn es sich um einen internationalen Aktien-ETF handelt.

Welche Vor- und Nachteile hat ein ETF gegenüber einem Investmentfonds?

ETFDer größte Vorteil, den ein ETF gegenüber einem Investmentfonds hat, ist dabei klar auf Seiten der Kosten zu suchen, denn während ein internationaler Aktien-Investmentfonds mit zwei Prozent jährlichen Kosten (TER) sowie einem Ausgabeaufschlag daherkommt, fallen bei einem ETF in der Regel deutlich weniger als 0,5 Prozent jährliche Kosten an. Ein Ausgabeaufschlag existiert dabei ebenso wenig. Im Gegenzug ist das fehlende aktive Management durch einen Fondsmanager auch der größte Nachteil von Exchange Traded Funds, da der zugrundeliegende Index somit in jeder Marktphase exakt abgebildet wird. Durch das fehlende Eingreifen eines Fondsmanagers nimmt ein ETF also auch jede Schwächephase des Index mit, ohne dass aktive Maßnahmen zur Performanceoptimierung beziehungsweise zur Begrenzung der Verluste ergriffen werden können. Damit ist es mit einem ETF auch nicht möglich, den Basisindex in puncto Performance zu schlagen.

Welche Chancen und Risiken haben Exchange Traded Funds?

Da im Fall von Exchange Traded Funds tatsächlich Wertpapiere gehandelt werden, die sich im Sondervermögen der emittierenden Fondsgesellschaft befinden, entfallen einige Risiken, wie sie beispielsweise bei derivativen Produkten wie Indexzertifikaten auftreten. Durch die niedrigeren Kosten lässt sich mit Hilfe verschiedener ETFs aber ein sehr gut ausbalanciertes und diversifiziertes Portfolio, bestehend aus verschiedenen Anlageklassen, aufbauen, das ähnlich wie ein Mischfonds fungiert und Potenzial für eine deutliche Überrendite bietet. Dies ist insbesondere für Buy-and-Hold-Anleger interessant, die entweder einmalig oder in monatlichen Raten investieren möchten, ohne sich im Anschluss wöchentlich mit den Finanzmärkten beschäftigen zu müssen.

Langfristig betrachtet macht eine solche Strategie durchaus Sinn, zumal alle großen Indices langfristig eine positive Wertentwicklung aufweisen. Wer also einen langen Atem hat, kann sich beispielsweise im Hinblick auf die historische Entwicklung des DAX auf eine durchschnittliche Jahresrendite von rund sieben Prozent freuen. Wie im Fall von Indexfonds greift durch monatliche Sparraten auch bei einem so besparten ETF der Cost-Average-Effekt. Ein Risiko, das insbesondere internationalen ETFs innewohnt, ist indes das Währungsrisiko, zumal die meisten ETFs in US-Dollar gehandelt werden und es zu entsprechenden Wechselkursverschiebungen kommen kann.

Wie kann ich in einen ETF investieren?

Im Gegensatz zu klassischen Investmentfonds, die auch über Fondsgesellschaften erworben werden können, werden ETFs normalerweise über die Börse gehandelt. Dementsprechend wird für die Investition in einen ETF ein Depot benötigt, das wahlweise bei einem Online-Broker oder einer klassischen Filialbank eröffnet werden kann. Nachdem ein passender ETF ausfindig gemacht worden ist, kann dieser mit Hilfe seiner individuellen Wertpapierkennnummer (WKN) oder der internationalen Kennnummer (ISIN) über eine Eingabemaske unter der Angabe der entsprechenden Investitionssumme in das Online-Depot eingebucht werden. Alternativ zur einmaligen Investition einer großen Summe bieten viele Broker auch das Fondssparen im Rahmen von ETF-Sparplänen an. Das funktioniert übrigens auch mit den meisten Investmentfonds und nennt sich Fondssparen. Wer sein Depot bei einer klassischen Filialbank hat, sollte seinen Bankberater bzgl. der Ordermöglichkeiten von ETFs fragen.

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