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Ethereum und Bitcoin gehören beide in die Welt der Kryptowährungen. Über Bitcoin und Blockchain haben wir in einem unserer letzten Blogartikel geschrieben, Ethereum blieb dabei aber unerwähnt. Was du zu Ethereum, Ether und Smart Contracts wissen musst und was du damit machen kannst, wollen wir hier erklären.

Was ist Ethereum?

Ethereum ist eigentlich ein globales Computernetzwerk. Vitalik Buterin hat die 2009 bekannt gewordene Blockchain-Technologie studiert und Verbesserungspotenzial gesehen.  Er hat sich, damals 19 Jahre alt, an die Arbeit gemacht und in einem White Paper Ethereum entwickelt. Die Entwicklung des Netzwerks wurde durch den Vorverkauf von Ether-Coins Mitte 2014 finanziert, 2015 konnte es öffentlich genutzt werden.

Im Unterschied zum Blockchain-Netzwerk, das Bitcoin nutzt, wurde für Ethereum eine eigene Programmiersprache entwickelt. Darin können bestimmte Aufgaben definiert werden, die dann auf allen Rechnern des Netzwerks ausgeführt werden. Diese Aufgaben können wesentlich komplexer sein, als dies im Bitcoin-Universum möglich wäre.

Alle Aufzeichnungen von dem, was im Ethereum-Netzwerk passiert, werden ebenfalls in einer Blockchain gespeichert.

Und Ether?

Ether und BitcoinDamit die Rechenleistung der Plattform genutzt werden kann, muss bezahlt werden. Dafür gibt es dann Ether. Das ist die virtuelle Währung in der Ethereum-Welt. Gedacht ist sie, um die Betreiber von Ethereum zu entlohnen und gegenseitig für Dienste zu bezahlen, aber sie kann auch, so wie Bitcoin, für jede andere Transaktion verwendet werden, und viele Menschen haben sie einfach nur in der Hoffnung auf Wertsteigerungen gekauft.

Geschaffen wird Ether, so wie Bitcoin, durch Mining. Am Netzwerk beteiligte Rechner werden für ihre Arbeit mit den neu geschaffenen Ether-Coins belohnt. So dienen die Rechner zwei Zwecken, einerseits der Weiterentwicklung des  Netzwerks, und gleichzeitig der Schürfung der Währung. Ebenfalls wie bei Bitcoin, ist geplant, die Gesamtzahl an Ether zu deckeln, unklar ist jedoch, bei welcher Zahl. Derzeit gibt es etwa 98 Millionen Coins, Gerüchten zufolge soll rund um 100 Millionen Schluss sein.

Die Ethereum-Plattform

Der Hauptzweck von Ethereum ist aber nicht der Zahlungsverkehr mit Ether, sondern die Möglichkeit, Prozesse und Anwendungen ohne dritte Partei sicher abzuwickeln. Nutzer können dezentrale Anwendungen, sogenannte Dapps (von Decentralized Application) programmieren, die im Ethereum Netzwerk ausgeführt werden und die Blockchain für alle nutzbar machen. So ersparen sich Anwender, für ihre Zwecke eine eigene Blockchain oder neue Plattform zu entwickeln, sondern sie können auf das bestehende Ethereum-Netzwerk zurückgreifen.

Diese dezentralen Anwendungen profitieren von allen Vorteilen, die eine Blockchain bietet. So können dritte Parteien nicht von außen eingreifen, weil die Applikation auf allen beteiligten Rechnern gleichzeitig läuft und gespeichert ist. Aufgrund dieser Parallelstruktur sind Dapps auch gegen den Ausfall von einzelnen Servern oder Hackerattacken geschützt, solange sie nicht das gesamte Netzwerk betreffen.

Die Dapps können verschiedenste Prozesse dezentralisieren, die derzeit zentral ablaufen. Mögliche Anwendungen reichen von gewöhnlichen Bankdienstleistungen über Grundgeschäfte und komplexe Finanztransaktionen bis zu Supply Chains von globalen Unternehmen.

Gerade im Entwicklungsstadium befindliche Dapps schaffen beispielsweise einen globalen Markt für ungenützte Rechenleistung, entwickeln einen Browser, der die Privatsphäre besser vor Werbung und Tracking schützt, oder einen auf Blockchain-Technologie basierenden Messenger-Dienst. Ein besonders ambitioniertes Projekt will es ermöglichen, eine globale Organisation, wie etwa Unternehmen, über die Blockchain zu managen. Die Möglichkeiten, die Dapps bieten, scheinen unbegrenzt.

Smart Contracts

Smart Contracts sind im Kern ein Stück Code, der eine bestimmte Aktion setzt, sobald eine definierte Voraussetzung erfüllt ist. Ein Beispiel dafür kann eine Transaktion sein, die durchgeführt wird, sobald genügend Coins vorhanden sind. Der Vertrag selbst ist in der Blockchain gespeichert und für alle einsehbar, seine Durchführung und Einhaltung wird von allen am Netzwerk Beteiligten überwacht. Nur die Parteien sind anonym.

Das System eines Smart Contract unterscheidet sich von „normalen“ Verträgen dadurch, dass keine dritten Parteien nötig sind, um eine sichere Durchführung und Einhaltung zu gewährleisten. Zum Beispiel könnte ein Mietvertrag in einem Smart Contract definiert werden. Dabei wird vereinbart, dass an einem gewissen Datum die Mietsumme bezahlt werden muss und dafür der digitale Schlüssel vom Vermieter zum Mieter übergeben wird. Überweist der Mieter pünktlich, wird der Schlüssel am vereinbarten Tag an den Mieter gesandt. Fließt kein Geld, gibt’s keinen Schlüssel. Wird der Zutrittscode schon vor der Zahlung an den Mieter geschickt, hält das Programm den Schlüssel zurück, bis der Mieter pünktlich überweist, oder bis zum vereinbarten Tag. Wird kein Schlüssel übergeben, wird die Miete rückerstattet. Nach diesem Wenn-Dann Schema können beide Parteien sicher sein, dass keine Partei betrogen wird jeder seine Leistung erhält. Dies kann öffentlich überwacht werden. Notar ist dazu keiner nötig.

Die Enterprise Ethereum Alliance

Die Möglichkeiten, die Ethereum bietet, haben auch schon „gewöhnliche“ Unternehmen erkannt und sich in der Enterprise Ethereum Alliance zusammengeschlossen. Einige der Top-Unternehmen aus der Finanz- und Technologiebranche haben sich mit Start-Ups zusammengetan, um die Ethereum-Technologie weiterzuentwickeln und in ihrem Business-Alltag nutzbar zu machen. Zu den Firmen zählen J.P. Morgan und Microsoft ebenso wie tokeny und bitfly. Gemeinsam möchten sie die vorhandene Technologie so weit bringen, dass auch alle Datenschutzanforderungen, Compliance-Vorgaben und weitere Bedingungen erfüllt sind, damit Anwendungen wie Smart Contracts auch innerhalb und zwischen den Unternehmen genutzt werden können.

Aber…

EthereumKlar ist mit Ethereum noch nicht der Stein der Weisen gefunden. Technologisch ist Ethereum durchaus eine Weiterentwicklung der Bitcoin zugrundeliegenden Technologie und hat großes Potenzial, aber wo Licht ist, ist auch Schatten. 

Hacker finden trotz der Blockchain-Technologie immer wieder Angriffspunkte, die sie nützen und Coins erbeuten. Auch Ponzi-Schemes wurden schon als Smart Contract entwickelt.

Die Smart Contracts sehen sich ebenfalls einigen Kritikpunkten gegenüber. Diese Contracts sind eigentlich Code – und Code kann nur so gut sein, wie er von Nutzern geschrieben ist. Diese Kritik trifft natürlich nicht nur auf Smart Contracts zu, aber die Smart Contracts haben auch mit ganz praktischen Problemen zu kämpfen. Schauen wir zurück auf das Beispiel der Mietwohnung. Was passiert, wenn zwar pünktlich überwiesen und der Schlüssel geschickt wird – aber in der Zwischenzeit eingebrochen wurde, oder sich Bettwanzen eingenistet haben, oder Hausbesetzer drin wohnen? Diese Ereignisse kann kein noch so smarter Smart Contract überprüfen.

Auch rechtliche Fragen sind noch nicht restlos geklärt. Sind Smart Contracts vor Gericht durchsetzbar? Was passiert, wenn Änderungen vorgeschrieben werden? Bestehenden Code zu ändern oder in laufende Programm einzugreifen widerspricht eigentlich der Idee der Blockchain…

Auch wenn die Technologie noch nicht perfekt ist (welche ist es eigentlich?) eröffnet Ethereum viele neue spannende Möglichkeiten, und wird die Welt vielleicht so verändern, wie es das Internet schon getan hat. Die Herausforderungen sind nicht unlösbar, einige der smartesten Entwickler arbeiten gerade daran. Seien wir gespannt, wie sich Ethereum, Ripple und die Krypto-Welt weiterentwickeln.

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