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Ein neues Auto, die eigene Immobilie oder eine andere umfangreichere Anschaffung – wer sich seinen Traum verwirklichen möchte, muss manchmal ganz schön tief in die Tasche greifen. Da die meisten Menschen aber nicht mal eben so viel Geld zur Verfügung haben, nehmen sie einen Kredit auf, um sich ihre Träume erfüllen zu können. Viele Kreditgeber empfehlen, zu jedem größeren Kredit eine Restschuldversicherung abzuschließen. Denn was passiert, wenn es trotz eines soliden Rückzahlungsplans zu unerwarteten Ereignissen kommt und das Darlehen dann nicht mehr zurückgezahlt werden kann?

Benötigt man für einen Kredit eine Restschuldversicherung?

Eine Restschuldversicherung ist eine Art Lebensversicherung, die im Rahmen eines Kredits abgeschlossen werden kann. Die Versicherung sorgt dafür, dass ein aufgenommener Kredit abgelöst wird, sollte der Kreditnehmer aufgrund einer unerwarteten Erkrankung, eines Unfalls, Arbeitslosigkeit oder gar im Todesfall dazu nicht mehr in der Lage sein. Eine solche Absicherung hört sich zunächst einmal äußerst sinnvoll an. Doch Banken und Versicherer verlangen dafür selbstverständlich Versicherungsbeiträge, die vom Darlehensnehmer in jedem Fall gut kalkuliert und durchdacht sein sollten.

Was ist eine Restschuldversicherung?

Man stelle sich vor: Ein junges Paar kauft sich ein Haus. Ein Kredit wird aufgenommen, um die Immobilie mithilfe des Kredits über viele Jahre abzubezahlen. Alles passt und in den nächsten Jahren wird aus dem Paar eine Familie mit Kindern. Das Einkommen ist zwar nun aufgrund der Erziehungszeit reduziert, doch dies wurde bei der Kreditaufnahme berücksichtigt, sodass die Familie keine finanziellen Sorgen hat. Doch dann passiert es: Der Hauptverdiener verunfallt und das benötigte Einkommen, das auch für die Ratenzahlung gebraucht wird, fällt durch eine folgende Arbeitsunfähigkeit weg ... eine schreckliche Vorstellung. Doch mithilfe einer Restschuldversicherung können sich Kreditnehmer gegen solche Szenarien absichern.

Was ist durch die Restschuldversicherung abgedeckt?

Es gibt mehrere Möglichkeiten, sich mit einer Restschuldversicherungen nach der Aufnahme eines Kredits abzusichern. Zum standardisierten Deckungsumfang gehört die Abdeckung des Kredits im Falle von:

  • Arbeitslosigkeit
  • Arbeitsunfähigkeit durch Unfall oder Krankheit
  • Berufsunfähigkeit
  • Erwerbsunfähigkeit
  • Tod – damit die Angehörigen zum Beispiel nicht aus der Immobilie ausziehen müssen

Auch ein erweiterter Leistungsumfang ist möglich, der zum Beispiel auch die Pflege, unfallbedingte Invalidität, schwere Erkrankungen oder Krankenhausaufenthalte einschließen kann. Auch monatliche Fixkosten, wie Versicherungen oder Nebenkosten können abgesichert werden.

Wie viel kostet eine Restschuldversicherung den Kreditnehmer überhaupt?

Die Höhe der Kosten hängt von vielen ineinandergreifenden Faktoren ab. Die Versicherungsprämien – also der Beitrag, der für die Versicherung gezahlt werden muss – hängt zum größten Teil von der Höhe des Kredits und der Laufzeit ab. Hinzu kommen natürlich die zu ersetzenden Sicherheiten, Alter und Geschlecht des Versicherungsnehmers sowie eventuellen Vorerkrankungen.

Augen auf beim Versicherungsabschluss!

Bevor es überhaupt zu einem Vertragsabschluss kommen kann, sichert sich das Versicherungsunternehmen meist gründlich ab: Jeder Versicherungsnehmer muss sich einem Gesundheitscheck unterziehen.

Wer schlau ist, vereinbart die Zahlungskonditionen so, dass die Kosten bereits beim effektiven Jahreszins berücksichtigt werden. Das funktioniert jedoch nur, wenn ein Kredit mit festen Zinsen abgeschlossen wurde. Zudem muss sich jeder Versicherungsnehmer darüber bewusst sein, dass die Versicherungsbeiträge nicht zurückerstattet werden. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass bei Kündigung oder Ablauf der Versicherung natürlich auch keine Leistung mehr erbracht wird. Die Kündigung ist im Normalfall stets zum Ende des Vertragsjahres mit einer Kündigungsfrist möglich. Möglicherweise bestehen andere Regelungen, wenn die Versicherung mit dem Darlehen gekoppelt ist. Der Vertrag sollte jedoch nur gekündigt werden, wenn sich der Kreditnehmer sicher ist, dass im Fall der Fälle der Kredit abbezahlt werden kann.

Den meisten Kreditnehmern ist zudem nicht bewusst, dass sie eine Restschuldversicherung nicht unbedingt beim Kreditgeber abschließen müssen. Es gibt viele unabhängige Anbieter, die oftmals günstige Konditionen vorhalten. Deshalb lohnt es sich vorab in jedem Fall, detaillierte Informationen zum Thema einzuholen, verschiedene Versicherungsinstitute zu kontaktieren und die unterschiedlichen Möglichkeiten gegeneinander abzuwägen.

Vor- und Nachteile der Restschuldversicherung

Vor- und Nachteile einer RestschuldversicherungDie Vorteile der Restschuldversicherung sind klar: Der Kreditnehmer sichert sich für den Fall ab, dass er aufgrund von Krankheit, Arbeitslosigkeit oder einem Unfall den Kredit nicht mehr abzahlen kann und sich dadurch überschuldet. Zudem sind im Todesfall die Hinterbliebenen geschützt und können zum Beispiel in der Immobilie, für die ein Kredit aufgenommen wurde, wohnen bleiben.

Doch eine Restschuldversicherung birgt auch Risiken. Der größte Nachteil liegt wohl in den anfallenden Kosten, die monatlich entstehen können. Je nach Kredithöhe dürfen diese nicht unterschätzt werden und sollten auf jeden Fall vorab gut kalkuliert werden.

Fazit zur Restschuldversicherung

Ob eine Restschuldversicherung sinnvoll ist, muss jeder Kreditnehmer sicherlich selbst entscheiden. Sie deckt Szenarien ab, die womöglich niemals eintreten – die jedoch, sollten sie eintreten – ein finanzielles Fiasko für den Kreditnehmer und die Familie darstellen können. Das Preis-Leistungsverhältnis sollte unbedingt berücksichtigt werden und zudem gilt es abzuwägen, ob für den Fall der Fälle auch andere Versicherungen in Frage kommen könnten. Hier gäbe es zum Beispiel die Risikolebensversicherung, die Berufsunfähigkeitsversicherung oder auch andere mögliche Vereinbarungen mit dem jeweiligen Kreditgeber. Jeder Kreditnehmer sollte sich vor dem Kreditabschluss unbedingt gut informieren und im Zweifelsfall mehrere Anbieter kontaktieren.

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