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Wolltest du nicht schon immer dein Geld komplett risikofrei für 20 % Rendite im Monat anlegen? Banken sind viel zu geizig dafür und stecken sich das Geld lieber selber ein, aber per E-Mail melden sich immer wieder Leute, die so nett sind, ihre Anlagetipps mit dir zu teilen. Auch durch Anzeigen im Internet wird immer wieder damit geworben, dass du ganz leicht ganz viel Geld verdienen kannst.

Da leider immer noch viele Menschen auf diese Versprechen reinfallen, gibt es mittlerweile eine große Vielfalt an Betrugsmethoden, mit denen versucht wird, Geld zu „verdienen“. Wir wollen dir Tipps mitgeben, wie du seriös von unseriös unterscheiden kannst.

Tipp: in unserem Artikel 50 Tipps zum Geld verdienen zeigen wir dir seriöse Möglichkeiten dir ein wenig Geld dazu zu verdienen.

Inhalt:

Tolle Anlagetipps

Anzeigen im Web oder Werbung in E-Mails versprechen dir hohe Renditen bei null Risiko, meist von Anbietern, die dir unbekannt sind oder eigenartig klingen. Die FMA sagt dazu: „Was zu gut klingt, um wahr zu sein, ist es meistens auch nicht!“

Häufig werden neue, innovative und noch kaum bekannte Geheimtipps angepriesen, und du bekommst exklusiv die einmalige Chance, teilzuhaben. Das Endergebnis ist meist das gleiche, nämlich ein (Total-)verlust.

Auf der Homepage der FMA gibt es eine Seite, auf der du über die aktuellen Maschen der Betrüger informiert wirst und auch erfährst, wie du dich davor schützen kannst.

Hier findest du auch Investorenwarnungen. Dies ist eine Liste von Unternehmen, mit denen du eher keine Geschäfte machen solltest. Diese Unternehmen haben offenbar versucht, in Österreich ihre Dienste feilzubieten, obwohl sie dazu nicht berechtigt sind. Deshalb warnt die FMA vor diesen Anbietern.

Weiters hat die FMA eine Liste mit von ihr beaufsichtigten Unternehmen auf ihrer Homepage. Das sind Firmen, die laufend von der Finanzmarktaufsicht geprüft werden und strenge Auflagen einhalten müssen. Das garantiert Seriosität der Unternehmen. Vor eventuellen Verlusten geschützt bist du zwar nicht, aber du kannst davon ausgehen, ehrliche Geschäfte zu machen.

Geniale Investments

Solltest du auf einen Betrüger reinfallen, bist du nicht der erste, und du befindest dich in sehr guter Gesellschaft. Leute wie Bernie Madoff haben auch in den exklusivsten Kreisen Menschen von ihren Anlageprodukten überzeugt. Diese Investments haben sich weder über dubiose E-Mails verbreitet noch wurden Kunden bedrängt, die Produkte waren zugelassen und sogar Großanleger und andere institutionelle Investoren haben gekauft.

Wie soll da ein Kleinanleger gut von böse unterscheiden? Ganz einfach: Kauf nur, was du verstehst. Nach diesem Grundsatz (und einigen weiteren) schaffte es auch Warren Buffet unter die 5 reichsten Menschen der Welt. Und verstanden, wie Bernie Madoff so hohe Renditen erzielt, hat niemand.

Wie kannst du unseriöse Angebote erkennen?
Der erfolgreichste Anleger der Welt, Warren Buffet, hat seit Beginn seiner Tätigkeit im Schnitt Renditen von 20 % pro Jahr erwirtschaftet. Wie hilft dir diese Info? Sollte dir jemand 4 % Rendite pro Woche versprechen kannst du durch diesen Vergleich recht einfach einschätzen wie seriös dieses Angebot ist.

Anlagebetrüger werfen gerne mit Fachbegriffen und Anglizismen um sich und versuchen, dabei wissenschaftlich und kompetent zu klingen. Sie verwenden Wörter, die Sicherheit suggerieren sollen und dich ins Träumen bringen von einem Leben in Reichtum und Luxus.

Davor schützt du dich am besten, indem du nachfragst, bis du wirklich das Gefühl hast, die Investmentstrategie nachvollziehen zu können. Sollte dir der Verkäufer deine Fragen nicht beantworten können, oder ungehalten werden: Finger weg! Auch Ausreden auf geheime/patentierte/exklusive/komplexe Methoden/Strategien/Algorithmen sollten Alarmglocken schrillen lassen.

Wichtig ist auch, dass du dich zu nichts drängen lässt! Gute Investments kannst du heute wie morgen tätigen. Verkäufer, die dir suggerieren, du würdest umso mehr Geld verlieren, je eher du kaufst, oder dass es wichtig sei, sofort abzuschließen, solltest du eher davonziehen lassen.

Betrüger kennen viele Wege, am Geld fremder Leute zu verdienen. Eines der bekanntesten Betrugssysteme, das auch Bernie Madoff verwendete, ist das Schneeballsystem. Es wurde schon im frühen 20. Jahrhundert verwendet und ist bis heute unter Kriminellen sehr beliebt.

So funktioniert ein Schneeballsystem

Rollt ein kleiner Schneeball einen verschneiten Hang hinab, bleiben bei jeder Umdrehung mehr Schneekristalle an ihm hängen, er wird dicker und dicker, seine Größe wächst exponentiell an. Beobachtet man ihn auf seinem Weg, scheint sein Wachstum unaufhaltsam und seine Größe wirkt rasch riesig. Auch wenn man es oben am Berg kaum vermutet: unten wartet das Tal.

Damit wären die Grundzüge des Schneeballsystems eigentlich schon beschrieben. Eine charismatische, eloquente und smarte Persönlichkeit wirbt mit einem Anlageprodukt um Investorengelder. In kurzer Zeit können hohe Renditen verdient werden, da die Anlagestrategie überlegene Gewinne abwirft.

dubiose Investmentangebote
Bild: eine Übersicht über die verschiedenen Pakete eines dubiosen Unternehmens. Auffällig sind wöchentliche(!) Renditen von bis zu 21,85 %. Für das Unternehmen gibt es seitens der FMA eine Investorenwarnung.

Charakteristisch ist für ein Schneeballsystem, dass die Einzahlungen der Anleger meist gar nicht investiert werden. Denn diese werden dafür verwendet, alte Anleger, die ihre Anteile verkaufen wollen, auszuzahlen. Diese frühen Aussteiger bekommen ihren einbezahlten Anteil plus der versprochenen Rendite.

Dies ist natürlich eine gute Werbung für diese Investments, denn die Rendite liegt meist weit über dem Marktdurchschnitt, und solange die Investoren gut verdienen, fragt niemand nach.

Doch um alt-Anleger auszuzahlen, benötigt der Betreiber des Schneeballsystems ständig neue Anleger, und je mehr aussteigen wollen, desto mehr neue Investoren müssen einzahlen.

Solange die Summe der Neuinvestments die Summe der Auszahlungen übersteigt, solange läuft der Betrug weiter. Aufgrund der versprochenen Renditen muss das System aber exponentiell wachsen.

Dies kann lange Zeit gutgehen, viele Aussteiger berichten Bekannten und Kollegen von ihrer erfolgreichen Geldanlage und überzeugen sie, mitzumachen. Oft winken Prämien für die Werbung von neuen Anlegern. Doch irgendwann versiegt der Strom neuer Investoren, und mehr und mehr Anleger, die schon länger investiert sind, wollen aussteigen und ihre Gewinne mitnehmen.

Zu diesem Zeitpunkt erreicht der Schneeball das Tal und zerbricht. Wer jetzt noch Geld investiert hat, schaut meist durch die Finger.

Alter Wein in neuen Schläuchen

Schneballsysteme und Pyramidenspiele können in unterschiedlichen Formen auftreten. Immer wieder verbreiten sich solche Systeme, die darauf setzen, dass Menschen ihre Bekannten und Verwandten zu Investments auffordern.

Wer ein neues Mitglied bzw. einen neuen Anleger wirbt, steigt in der Hierarchie auf oder erhält Prämien bzw. Bonuszahlungen. Diese Zahlungen steigen an, je mehr neue Mitglieder geworben werden. In manchen Systemen werden auch Werber zweiter Stufe belohnt: Mitglied A wirbt das neue Mitglied B. Kann B nun C überzeugen, mitzumachen, profitiert auch A.

Worum es in den Pyramidenspielen geht, kann variieren. Gemein ist ihnen, dass das Anwerben neuer Miglieder im Vordergrund steht. Für Familien und Bekannten- und Freundeskreise kann der Druck zu einer echten Belastung werden. Hochglanzprospekte versprechen hohe Renditen ohne Risiko und viel Geld für wenig Kapitaleinsatz.

Früher oder später bricht aber jedes Pyramidenspiel zusammen, da irgendwann nicht mehr genug neue Mitglieder gewonnen werden können, Behörden eingreifen oder die Gründer sich absetzen.

Eines der größten Pyramidenspiele der Geschichte brach 2008 zusammen und hat weltweit Wellen geschlagen.

Der Meister des Schneeballsystems: Bernard Madoff

Bernard Madoff war Chairman der NASDAQ
Bild: Die NASDAQ am New Yorker Times Square.

Im Fall von Bernard Madoff hat das System über 17 Jahre gebraucht, um zu zerfallen. 20 Milliarden an Investorengeldern waren betroffen, am Papier betrug der Verlust sogar 65 Milliarden Dollar. Damit ist dieser Fall der größte Finanzbetrug der US-Geschichte, Bernard Madoff selbst brachte er 150 Jahre Haft ein.

Wie konnte der Betrug solche Ausmaße annehmen? Madoff hatte gute Voraussetzungen und er hat sein System sorgfältig aufgebaut.

Madoff als Unternehmer

Schon mit 22 Jahren,  in den 1960ern, gründete er sein eigenes Unternehmen. Geld verdiente er mit dem Handel von Penny Stocks, eingesetzt hat er Geld, das er bis dahin als Installateur und Rettungsschwimmer verdiente.

Später entwickelte er ein elektronisches Handelssystem, mit dem er sehr erfolgreich war. Viele große Wall Street Banken nutzten sein System, und gegen Ende der 1980er verdiente er knappe 100 Millionen Dollar jährlich.

Dieser Erfolg brachte ihm hohes Ansehen unter den Akteuren an der Wall Street. Unter anderem wurde er in mehreren Jahren Vorsitzender der NASDAQ Börse, an deren Aufbau sein Unternehmen maßgeblich beteiligt war. Außerdem wirkte er mit in der National Association of Security Dealers und war Berater der US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission.

Hohe Gewinne und tiefer Fall

Diese Vita ließ Madoff natürlich sehr vertrauenwürdig erscheinen und Verdächtigungen leicht an ihm abprallen. Schon 1999 hat ein Analyst, Harry Markopolos, innerhalb eines Nachmittags ausgerechnet, dass die Renditen von Madoffs Investments nicht möglich seien und gelogen waren. Die Böresenaufsicht SEC ignorierte den Verdacht jedoch.

Andere Anleger lockten seine Renditen und sein Name weiterhin an. Um Exklusivität zu wahren, durfte aber nicht jeder bei ihm investieren. Einige Anfragen von Investoren lehnte er ab.

Die Renditen seiner Anlageprodukte lagen konstant über dem Marktdurchschnitt, erzielt wurden sie angeblich mit der (tatsächlich existierenden) split-strike conversion Methode. Als ihn die SEC 2005 nach einer Auflistung seiner Konten fragte, händigte er sie aus. Die Aufsicht entwarf auch Briefe an die genannten Firmen, schickte sie aber nicht ab.

Noch im November Jahr 2008 berichtete Madoff eine Rendite von 5,6 %. Der S&P 500 Index, einer der wichtigsten und umfassendsten Aktienindizes der USA, hatte zu diesem Zeitpunkt schon 39 % verloren.

Viele Anleger, die in Madoffs Fonds investiert waren, benötigten nun gleichzeitig Geld. Neu einsteigen wollte natürlich kaum jemand. Genau diese Mischung aus 7 Milliarden Dollar angefragter Auszahlungen und 300 Millionen Dollar liquider Mittel brachten das Kartenhaus zum Einsturz.

Am 5. Februar 2009 wurde die Liste geschädigter Anleger veröffentlicht, sie umfasst 162 Seiten. Die Opfer des Betrugs sind über den ganzen Erdball verteilt, auch in Österreich haben Kunden Geld verloren.

Betrug im Internet

Geld verlieren kannst du auch in weniger exklusivem Umfeld. Finanzbetrug im Internet hat Hochkonjunktur, auf immer mehr Webseiten versuchen Kriminelle an dein Geld zu kommen. Auch in deinem elektronischen Briefkasten findet sich Post, die teuer werden kann.

Phishing Mails

Phishing Mails werden meist so gestaltet, dass die Empfänger denken, ihre Bank oder ihr Kreditkartenanbieter hätte sie kontaktiert. Darin wirst du aufgefordert, dich ganz dringend in dein Online-Banking einzuloggen, oder deine Kreditkarten- oder andere sensible Daten anzugeben.

Die Betrüger versuchen, die Mails so echt wie möglich aussehen zu lassen. Der Name der Bank oder des „echten“ Anbieters scheint meist auch als Absender auf. Die Homepage, auf der du deine Daten eingeben sollst, sieht ebenfalls so echt wie möglich aus.

Phishing Mail PayPal
Bild: Beispiel eines Phishing Mails im Design von PayPal. Hinter dem Button versteckt sich eine Website die PayPal zum verwechseln ähnlich sieht und auf der der User seine PayPal Zugangsdaten eingeben soll.

Trotzdem lassen sich Phishing Mails recht gut entlarven. Denn prinzipiell wird deine Bank niemals von dir per Mail deine Daten verlangen. Niemals. Wirklich nicht. Im Zweifel ruf einfach deinen Berater an und frag, ob gerade derartige Mails verschickt werden. Sollte er wirklich in einem Mail sensible Daten von dir verlangt haben, solltest du dringend die Bank wechseln!

Außerdem ist es nicht möglich, unter der Webadresse der Bank oder der E-Mail Adresse der Bank eine neue Seite zu bauen bzw. einen E-Mail Account anzulegen. Das bedeutet, dass die E-Mail Adresse der Betrüger (zumindest leicht) anders lautet als die deiner Bank. Auch die URL der gefälschten Webseite muss sich von jener deiner Bank unterscheiden.

Schließlich lassen sich viele Phishing Mails auch daran erkennen, dass sie in schlechtem Deutsch verfasst sind. Wenn du einen zweiten Blick auf den Text wirfst, wirst du meist erkennen, dass er einige Fehler enthält oder die Sprache eigenartig klingt.

Der beste Schutz vor Phishing Mails: Sofort löschen!

Gratuliere, du hast gewonnen!

Der Nigerianische Prinz
Bild: Auch wenn es sich hierbei um ein Bild
der Tagespresse handelt, gibt es tatsächlich
E-Mails die so oder so ähnlich sind.

Eine weitere Masche, an dein Geld zu kommen, sind Mails, in denen dir ein Gewinn versprochen wird. Entweder, weil du an einer Lotterie teilgenommen hast, die du gar nicht kennst, oder weil ein afrikanischer Prinz viel geerbt hat und sich mit einem Teil für deine Hilfe bedankt, oder einfach weil du du bist. Wichtig ist nur, dass du vorher Geld überweist, damit dir der Gewinn auch tatsächlich ausbezahlt wird.

Ganz eindeutig: Finger weg! Niemals an Fremde Geld überweisen – niemals kommen Fremde auf die Idee, dich an irgendwelchen Ausschüttungen oder an ihrem Erbe zu beteiligen!

Auch diese Mails erkennst du an schlechtem Deutsch, eigenartigen Mailadressen und natürlich an ihrem kuriosen Inhalt. Es gibt schlechtere und auch wirklich gut gemachte Mails. Betrüger schicken sie an Millionen Empfänger und hoffen darauf, dass wenige Promille davon tatsächlich Geld überweisen. Mehr brauchen sie meist nicht, um schon Gewinn zu machen.

Besonders vorsichtig musst du sein, wenn diese E-Mails einen Anhang haben. Denn im Anhang ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Virus enthalten, der im schlimmsten Fall deinen Computer unbrauchbar macht oder mindestens die Daten auslest und sich über deinen Rechner weiterverbreitet. Ein Virus kann sich in jedem Dateiformat verstecken – egal ob PDF, Excel, jpg oder ganz was anderes: niemals öffnen, sofort löschen!

Hundertprozentigen Schutz vor Betrug gibt es leider nicht. Von Kleinanlegern über Milliardäre bis zu Staaten und Notenbanken hat jeder schon an Kriminelle Geld verloren. Einen Schutzschild bietet nur dein Hausverstand und eine gesunde Portion Vorsicht.

Wenn etwas dubios klingt, ist es das oft auch, und drängen lassen solltest du dich schon gar nicht. Eine Nacht drüber schlafen kann dir viel Geld sparen. Einige Regeln, die du ebenfalls beachten solltest, haben wir hier für dich zusammengefasst.

Unsere Tipps:

  • Unerwartete Mails mit dubiosem Inhalt und Fehlern solltest du sofort löschen!
  • Was zu gut klingt, um wahr zu sein, ist es auch! Überdurchschnittliche Rendite gibt’s nur mit ebenso hohem Risiko.
  • Solltest du zum Abschluss von Produkten gedrängt werden - von „Beratern“, Freunden oder Familienmitglieder - geht es oft um Provisionen für die Verkäufer und nicht um deinen Anlageerfolg.
  • Gib niemals deine Bankdaten in Seiten ein, die du nicht kennst, oder die dir eigenartig vorkommen.
  • Kauf nur Produkte, die du verstehst. Sollte dir ein Investment unklar sein, frag so lange nach, bis du es nachvollziehen kannst. Bekommst du keine Auskunft, lass die Finger davon!
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